Was ist ein Falling Wedge?

Ein Falling Wedge ist ein bekanntes Muster der technischen Analyse, das dabei helfen kann, Kursbewegungen besser einzuordnen. Es tritt häufig bei Krypto-Chartmustern auf und wird oft als Hinweis darauf gesehen, dass der Abwärtsdruck nachlässt – bietet jedoch keine Garantie. In diesem Artikel erfährst du, was dieses Muster ist, wie du es erkennst und wie Trader häufig auf Bestätigung und Kursziele achten, ohne dass dies eine Anlageberatung darstellt.

Kurz zusammengefasst

  • Ein Falling Wedge ist ein Muster mit zwei fallenden, zusammenlaufenden Trendlinien.
  • Es wird oft als bullisch interpretiert, da das Abwärtsmomentum nachlässt.
  • Bestätigung erfolgt häufig durch einen Ausbruch über die obere Trendlinie, idealerweise mit höherem Volumen.
  • Kursziele werden oft mithilfe einer „Measured Move“ geschätzt.
  • Achtung: Fehlausbrüche sind möglich, besonders in volatilen Märkten wie Kryptowährungen.

Definition Falling Wedge

Was bedeutet „Falling Wedge“ in der technischen Analyse?

Ein Falling Wedge (auch als fallender Keil bezeichnet) ist ein Chartmuster, das entsteht, wenn sich der Kurs innerhalb zweier fallender Linien bewegt, die zunehmend zusammenlaufen. Dabei entstehen niedrigere Hochs und niedrigere Tiefs, während sich die Preisspanne verengt. Die Keilform deutet darauf hin, dass der Verkaufsdruck abnimmt. Erst ein tatsächlicher Ausbruch liefert jedoch zusätzliche Bestätigung.

Warum gilt das Muster oft als bullisch?

Obwohl der Kurs weiter fällt, verliert die Abwärtsbewegung an Dynamik. Neue Tiefs werden häufig weniger überzeugend erreicht als zu Beginn der Bewegung. Ein Ausbruch über die obere Trendlinie wird daher oft als mögliches Umkehr- oder Fortsetzungssignal interpretiert. Wichtig zu beachten: „Bullisch“ beschreibt hier eine Tendenz, keine Garantie. Gerade im Kryptomarkt können Nachrichten, Liquidität oder Marktstimmung Muster schnell invalidieren.

Was bedeutet ein Falling Wedge im Kryptomarkt?

Merkmale: niedrigere Hochs und niedrigere Tiefs

In der Praxis lässt sich ein Falling Wedge erkennen, wenn der Kurs:
  • mehrere niedrigere Hochpunkte bildet
  • mehrere niedrigere Tiefpunkte bildet
  • zunehmend weniger Raum für Schwankungen hat
Bei Kryptowährungen tritt dieses Muster häufig nach starken Kursrückgängen oder während einer Korrektur innerhalb eines übergeordneten Trends auf. Es kann sowohl auf höheren Zeitrahmen (Tag, Woche) als auch auf niedrigeren Zeitrahmen (Stunde) auftreten, wobei niedrigere Zeitrahmen anfälliger für Marktrauschen sind.

Konvergierende Trendlinien und abnehmende Volatilität

Das zentrale Merkmal ist, dass die beiden fallenden Trendlinien konvergieren. Die obere Linie (Widerstand) fällt meist steiler als die untere Linie (Unterstützung), wodurch sich die Handelsspanne verengt und die Volatilität abnimmt. Dies zeigt sich häufig auch im Kerzenbild: Ausschläge werden kleiner und der Markt tritt in eine Art Konsolidierungsphase ein.

Unterschied zu fallendem Kanal und Rising Wedge

Eine häufige Verwechslung:
  • Fallender Kanal: zwei nahezu parallele Trendlinien nach unten.
  • Falling Wedge: die Trendlinien laufen aufeinander zu.
  • Rising Wedge: verläuft nach oben und gilt oft als bärisch.

Wie erkennt man einen Falling Wedge im Chart?

Schritt-für-Schritt: Trendlinien einzeichnen

So wird das Muster häufig bestimmt:
  1. Bestimme die Swing Highs und Swing Lows innerhalb des Abwärtstrends.
  2. Ziehe die obere Trendlinie durch mindestens zwei (besser drei) niedrigere Hochs.
  3. Ziehe die untere Trendlinie durch mindestens zwei (besser drei) niedrigere Tiefs.
  4. Prüfe, ob die Linien konvergieren und sich die Kursbewegung verengt.
Tipp: Je häufiger der Kurs die Linien respektiert, desto sauberer wirkt das Muster – sauber bedeutet jedoch nicht sicher.

Volumen: Was möchte man idealerweise sehen?

Volumen wird oft als zusätzliche Bestätigung genutzt. Viele Trader achten auf:
  • abnehmendes Volumen während der Ausbildung des Keils
  • zunehmendes Volumen beim Ausbruch über die obere Trendlinie
Nicht jede Handelsplattform stellt Volumen gleich dar. Es sollte als unterstützender Faktor betrachtet werden, nicht als Voraussetzung.

Häufige Fehler beim Erkennen

  • Jeden Abwärtstrend als Wedge zu interpretieren, obwohl die Linien parallel sind
  • Zu wenige Berührungspunkte zur Bestimmung der Trendlinien zu nutzen
  • Das Muster auf sehr kleinen, verrauschten Zeitrahmen zu erzwingen
  • Den übergeordneten Marktkontext zu ignorieren

Bestätigung des Falling Wedge

Ausbruch: Wann gilt er als „gültig“?

Viele Trader sehen das Muster als bestätigt an, wenn der Kurs:
  • über die obere Trendlinie ausbricht
  • und sich anschließend oberhalb dieses Niveaus hält
Manche warten zusätzlich auf einen Retest: Der Kurs bricht aus, testet die frühere Widerstandslinie (nun Unterstützung) erneut und setzt dann seinen Anstieg fort.

Schlusskurs vs. Docht

Ein Docht kann kurzzeitig über die Trendlinie hinausreichen, während der Schlusskurs darunter liegt. Daher bevorzugen viele Analysten einen bestätigten Schlusskurs über der Trendlinie. Welche Methode gewählt wird, hängt vom individuellen Ansatz ab – wichtig ist vor allem Konsistenz.

Zusätzliche Bestätigung durch Indikatoren

Mögliche unterstützende Indikatoren sind:
  • RSI-Divergenz: Kurs bildet niedrigere Tiefs, der RSI höhere Tiefs
  • Gleitende Durchschnitte oder Momentum-Indikatoren
Indikatoren können sich widersprechen. Sie sollten als Ergänzung dienen, nicht als alleinige Entscheidungsgrundlage.

Ergebnis und Kursziel eines Falling Wedge

Was ist das typische Ergebnis?

Ein Falling Wedge wird häufig als Muster interpretiert, das in einem Aufwärtsausbruch enden kann und dem Kurs Raum für eine Erholung nach oben gibt. Es gibt jedoch auch Szenarien, in denen der Ausbruch scheitert oder der Kurs seitwärts verläuft. Ein bewusstes Risikomanagement bleibt daher entscheidend.

Kursziel bestimmen (Measured Move)

Ein verbreiteter Ansatz ist die sogenannte Measured Move:
  1. Miss die Höhe des Keils an seiner breitesten Stelle.
  2. Projiziere diese Distanz vom Ausbruchspunkt nach oben.
Dies ist keine Prognose, sondern eine Methode zur Einschätzung möglicher Szenarien. Der Markt kann früher drehen, weiter laufen oder das Ziel nie erreichen.

Stop-Loss und Invalidierung

Ohne konkrete Handelsanweisung zu geben, wird dies häufig so betrachtet:
  • Invalidierung: ein Bereich, in dem das Muster nicht mehr gültig ist, z. B. wenn der Kurs wieder in den Keil zurückfällt oder unter ein relevantes Tief bricht.
  • Stop-Loss: wird oft nahe dieser Invalidierungszone gesetzt, um das Risiko klar zu definieren.
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Häufig gestellte Fragen

Ist ein Falling Wedge immer bullisch?

Nein. Das Muster weist oft eine bullische Tendenz auf, doch das Ergebnis hängt von Kontext und Bestätigung ab. Ein Keil kann scheitern oder zu einem Fehlausbruch führen.

Was ist der Unterschied zwischen Breakout und Fehlausbruch?

Ein Breakout ist ein überzeugender Ausbruch aus dem Muster, etwa ein Schlusskurs über der oberen Trendlinie, der Bestand hat. Ein Fehlausbruch dreht schnell wieder nach unten, sodass der Kurs zurück in den Keil oder sogar tiefer fällt.