Was ist Short gehen in Krypto?

Short gehen in Krypto bedeutet, dass du versuchst, von einem Kursrückgang zu profitieren. Anstatt zu kaufen und auf steigende Preise zu hoffen, eröffnest du eine Position, bei der du Gewinn machst, wenn der Kurs einer Coin fällt. Das kann in einem fallenden Markt interessant sein, bringt aber auch zusätzliche Risiken mit sich – vor allem, weil sich Kryptopreise schnell bewegen und einige Formen des Shortens mit Hebel arbeiten. In diesem Artikel erklären wir, was Short gehen ist, wie es funktioniert und warum Menschen es tun. Du erfährst außerdem, welche Möglichkeiten es gibt, Krypto zu shorten, wie du Schritt für Schritt vorgehst und welche Risiken du verstehen solltest, bevor du beginnst.

Kurz zusammengefasst

  • Short gehen bedeutet, Gewinn zu erzielen, wenn ein Kurs fällt.
  • Du profitierst von einem Rückgang, indem du auf höherem Niveau verkaufst und später günstiger zurückkaufst.
  • Steigt der Kurs, während du short bist, machst du Verlust. Dieser kann größer sein als dein Einsatz.
  • Methoden sind unter anderem Margin-Trading, Futures (Perpetuals) und Optionen.
  • Größte Risiken: extreme Volatilität, Liquidationen, Hebelwirkung und Funding-Kosten.
  • Shorten wird für Spekulation oder als Absicherung (Hedging) eines Portfolios genutzt.

Wie funktioniert Short gehen?

Der Kern des Shortens ist einfach: Du setzt auf fallende Kurse. Der Mechanismus unterscheidet sich je nach Methode, aber die Idee bleibt gleich. Du versuchst, von der Differenz zwischen einem höheren Preis jetzt und einem späteren niedrigeren Preis zu profitieren.

Wie verdienst du an einem Kursrückgang?

Eine einfache Erklärung ist das Prinzip „verkaufen und zurückkaufen“. Angenommen, eine Coin ist 100 € wert und du erwartest einen Rückgang. Du eröffnest eine Short-Position bei 100 €. Fällt der Kurs auf 80 €, kannst du die Position mit Gewinn schließen, da die Differenz von 20 € pro Coin zu deinen Gunsten wirkt. Beim klassischen Short Selling verkaufst du geliehene Coins und kaufst sie später zurück. Bei Derivaten eröffnest du einen Kontrakt, der an Wert gewinnt, wenn der Kurs fällt. In beiden Fällen ist das Ergebnis ähnlich: Ein Kursrückgang ist positiv für deine Position.

Was passiert, wenn der Kurs steigt?

Wenn der Kurs steigt, während du short bist, machst du Verlust. Das klingt logisch, aber das Risiko ist, dass Verluste schnell anwachsen können. Bei einer Long-Position ist der maximale Verlust meist dein Einsatz, da ein Kurs nicht unter null fallen kann. Beim Shorten ist es anders: Ein Kurs kann theoretisch unbegrenzt steigen. Dadurch kann eine Short-Position in manchen Fällen zu sehr großen Verlusten führen. Bei Derivaten mit Hebel kommt noch hinzu: Wenn deine Margin nicht ausreicht, um Verluste zu decken, kann deine Position automatisch geschlossen werden. Das nennt man Liquidation.

Warum sollte man Krypto shorten?

Menschen shorten Krypto meist aus zwei Gründen: Spekulation oder Absicherung. Spekulation: Du erwartest fallende Kurse (zum Beispiel in einem Bärenmarkt oder bei negativen Nachrichten) und möchtest finanziell davon profitieren. Absicherung (Hedging): Du hältst Krypto langfristig, erwartest aber einen kurzfristigen Rückgang. Durch eine Short-Position können Gewinne aus dem Short mögliche Verluste deiner Bestände ausgleichen.

Möglichkeiten, Krypto zu shorten

Es gibt mehrere Wege, Krypto zu shorten. Welche Methode du wählst, hängt von deiner Erfahrung und Risikobereitschaft ab.

Klassisches Short Selling

Dies geschieht häufig über Margin-Trading. Du leihst Coins von einer Plattform, verkaufst sie sofort zum aktuellen Preis und hoffst, sie später günstiger zurückzukaufen, um das Darlehen zurückzuzahlen. Dafür zahlst du in der Regel Zinsen.

Derivate wie Futures und Perpetuals

Futures und Perpetuals sind Kontrakte, bei denen du die zugrunde liegende Coin nicht besitzt. Ein Perpetual Swap hat kein Ablaufdatum, arbeitet aber mit Funding Fees – regelmäßigen Zahlungen zwischen Long- und Short-Positionen, um den Preis nahe am Spotmarkt zu halten.

Optionen

Mit einer Put-Option kaufst du das Recht, einen Vermögenswert zu einem festen Preis zu verkaufen. Dein Risiko ist oft auf die gezahlte Prämie begrenzt, was dies zu einer interessanten (aber komplexen) Methode für das Risikomanagement macht.

Short gehen Schritt für Schritt

Shorten ohne Plan ist riskant. Deshalb ist ein strukturierter Ansatz wichtig.

Wähle deine Coin und lege deinen Plan fest

Überlege, warum du shorten willst. Ist es ein kurzfristiger Trade auf Momentum oder eine längerfristige Absicherung? Analysiere technische Indikatoren, Volumen und Nachrichten. Lege im Voraus deine Exit-Strategie fest: Bei welchem Punkt gibst du zu, dass du falsch lagst?

Wähle deine Methode und eröffne die Position

Wähle das Instrument, das zu dir passt. Achte bei Derivaten besonders auf den Hebel (Leverage). Eine zu große Position kann schon bei einem kleinen Kursanstieg zur vollständigen Liquidation deiner Margin führen.

Risiko managen und Position überwachen

Nutze immer einen Stop-Loss. Überwache deine Position aktiv, da Krypto einen „Short Squeeze“ erleben kann: einen schnellen Kursanstieg, der Short-Seller zwingt, Positionen zu schließen – was den Preis noch weiter nach oben treibt.

Short-Position schließen

Lege Gewinnziele im Voraus fest. In einem volatilen Markt kann eine profitable Short-Position innerhalb weniger Minuten in Verlust umschlagen. Sei diszipliniert beim Mitnehmen von Gewinnen.

Die Risiken des Shortens

Shorten ist deutlich riskanter als einfach Krypto zu kaufen und zu halten.

Unbegrenzte Verluste und Liquidationen

Im Gegensatz zum Long gehen, bei dem dein Einsatz auf null fallen kann, kann der Kurs bei einem Short theoretisch unbegrenzt steigen. Ohne Stop-Loss sind deine Verluste potenziell unbegrenzt.

Hebel, Funding und Gebühren

Kosten wie Zinsen auf geliehene Coins und Funding Fees bei Perpetuals können deine Gewinne verringern. Wenn sich der Markt seitwärts bewegt, kannst du durch diese Kosten langsam Geld verlieren.

Volatilität und Nachrichtenrisiko

Ein einzelner positiver Tweet oder ein Gerücht über einen ETF kann den Markt plötzlich um 10 % steigen lassen. Short-Positionen sind extrem anfällig für solche unerwarteten Kurssprünge.

Die Vorteile des Shortens

  • Von fallenden Kursen profitieren: Du kannst sowohl in Bullen- als auch in Bärenmärkten Chancen nutzen.
  • Hedging: Es bietet eine Möglichkeit, dein Portfolio zu schützen, ohne deine Coins zu verkaufen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Short gehen bei Aktien?

Das funktioniert ähnlich wie bei Krypto: leihen, verkaufen und später günstiger zurückkaufen. Der Unterschied ist, dass Aktienmärkte oft weniger volatil sind und feste Handelszeiten haben.

Was ist der Unterschied zum Long gehen?

Beim Long gehen kaufst du einen Vermögenswert in der Erwartung steigender Kurse; dein Risiko ist auf deinen Einsatz begrenzt. Beim Short gehen setzt du auf fallende Kurse; dein Risiko ist theoretisch unbegrenzt (ohne Stop-Loss).

Ist Short gehen einfacher als Long gehen?

Nein. Märkte haben historisch gesehen eine Aufwärtstendenz. Shorten erfordert präziseres Timing, aktiveres Management und starke Disziplin im Umgang mit den höheren Risiken.

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