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Krypto in Box 3: die Zukunft

Krypto und Steuern: Es ist eine Kombination, die viele Fragen aufwirft. Wer Kryptowährungen besitzt, ist in den Niederlanden verpflichtet, dies der Steuerbehörde anzugeben. In den meisten Fällen fällt Krypto unter Box 3, die Kategorie für Sparen und Anlegen. Aber die Regeln rund um Box 3 werden sich in den kommenden Jahren grundlegend ändern. Im Jahr 2026 befinden wir uns in einer Übergangsphase, in der das Finanzamt digitale Vermögenswerte immer genauer beaufsichtigt.

In diesem Artikel erklären wir, was Box 3 beinhaltet, wie du deine Krypto korrekt angibst, wie du die Steuer berechnest und welche großen Reformen für die nahe Zukunft geplant sind. So bist du gut auf die sich ändernde Gesetzgebung vorbereitet.

Kurz zusammengefasst

  • Krypto fällt in den Niederlanden standardmäßig unter Box 3 (Sparen und Anlegen).

  • Der Stichtag ist immer der 1. Januar um 00:00 Uhr des betreffenden Steuerjahres.

  • Du gibst den gesamten Marktwert all deiner digitalen Bestände an diesem Tag an.

  • Bei sehr aktivem Handel, professioneller Nutzung von Algorithmen oder Mining kann Box 1 zutreffen.

  • Box 3 wird zu einem System auf Basis des tatsächlichen Ertrags reformiert, geplant für 2027.

  • Coinmerce bietet eine praktische Übersicht deiner Transaktionshistorie und Salden für eine fehlerfreie Erklärung.

Was ist Box 3 und warum fällt Krypto darunter?

Das niederländische Steuersystem teilt Einkünfte in drei Kategorien ein, auch 'Boxen' genannt. Box 1 ist für Einkommen aus Arbeit und Wohnen. Box 2 ist für wesentliche Beteiligungen an Unternehmen. Box 3 ist für Sparen und Anlegen: das Vermögen, das du besitzt, aus dem du aber kein reguläres Gehalt beziehst.

Box 3 erklärt: Steuer auf Vermögen

In Box 3 zahlst du Steuern auf dein Vermögen. Lange Zeit arbeitete die Steuerbehörde mit einer fiktiven Rendite: Die Regierung nahm an, dass du einen bestimmten Gewinn erzieltest, unabhängig von deinem tatsächlichen Ergebnis. Nach dem historischen 'Weihnachtsurteil' des Obersten Gerichtshofs im Jahr 2021 wurde dieses System für rechtswidrig erklärt. Seitdem befinden wir uns im Übergangsgesetz Box 3, bei dem das Finanzamt versucht, näher an die tatsächliche Verteilung deines Vermögens heranzukommen, indem es zwischen Bankguthaben und 'sonstigen Vermögenswerten' unterscheidet.

Warum fällt Krypto standardmäßig in Box 3?

Kryptowährungen werden von der Steuerbehörde nicht als gesetzliches Zahlungsmittel angesehen, sondern als Vermögensbestandteile. Da sie einen Marktwert darstellen und als Anlageobjekt fungieren, fallen sie unter die Kategorie 'sonstige Vermögenswerte' in Box 3. Das bedeutet, dass die Regierung davon ausgeht, dass du mit Krypto eine höhere Rendite erzielst als mit Erspartem, was zu einem höheren effektiven Steuersatz innerhalb der aktuellen Übergangsregelung führt.

Wie gibst du Krypto in Box 3 an?

Das korrekte Angeben deiner Krypto beginnt mit einer genauen Aufzeichnung des Stichtags und des gesamten Marktwerts.

Der Stichtag: Was ist das genau?

Die Steuerbehörde betrachtet ausschließlich den Wert deines Vermögens am 1. Januar um 00:00 Uhr des Steuerjahres. Dies nennen wir den Stichtag. Wenn die Kurse am 2. Januar einbrechen oder gerade explodieren, hat das keinen Einfluss auf die Erklärung dieses spezifischen Jahres. Für deine Erklärung 2026 gibst du also den Wert an, den deine Krypto zu Beginn des Jahres 2025 hatte.

Wie bestimmst du den Wert deiner Krypto am 1. Januar?

Du verwendest den Marktpreis der betreffenden Kryptowährung in Euro am Stichtag. Bei Coinmerce kannst du einfach deine Portfolio-Übersicht und Transaktionshistorie herunterladen. Darauf steht genau, welchen Saldo du am Stichtag besaßest, was die Berechnung des Gesamtwerts erheblich erleichtert. Hast du Krypto an verschiedenen Orten? Dann musst du die Werte all deiner Wallets (Börse, Hot Wallet und Cold Wallet) zusammenzählen.

Welche Krypto musst du angeben?

Du musst alle digitalen Vermögenswerte angeben, die einen Marktwert darstellen. Dazu gehören:

  • Bekannte Münzen wie Bitcoin und Ethereum.

  • Stablecoins (wie USDC oder EURC).

  • Memecoins und kleine Altcoins.

  • NFTs (Non-Fungible Tokens).

  • Tokens, die über Staking oder Airdrops erhalten wurden.

Box-3-Steuer für Krypto berechnen: So geht's

Im Jahr 2026 wird die Steuer in Box 3 nach der Übergangsmethode berechnet. Dabei wird dein Vermögen über dem steuerfreien Teil betrachtet.

Steuerfreier Freibetrag in Box 3

In den Jahren 2025 und 2026 liegt der steuerfreie Freibetrag bei rund €57.000 pro Person. Für steuerliche Partner ist dies das Doppelte: circa €114.000. Besitzt du insgesamt weniger als diesen Betrag (einschließlich Erspartem und anderen Anlagen)? Dann zahlst du keine Steuern in Box 3. Kommst du darüber, zahlst du Steuern auf den Teil, der die Grenze übersteigt.

Die fiktive Rendite für Krypto

Nach den aktuellen Regeln fällt Krypto unter 'sonstige Vermögenswerte'. Die Steuerbehörde rechnet für diese Kategorie mit einer fiktiven Rendite von etwa 6%. Auf diese angenommene Rendite zahlst du anschließend 36% Steuern.

Wann fällt Krypto in Box 1 statt Box 3?

In Ausnahmefällen kann die Steuerbehörde entscheiden, dass deine Krypto-Aktivitäten über die 'normale Vermögensverwaltung' hinausgehen. In diesem Fall werden deine Einkünfte in Box 1 (Einkommen aus Arbeit und Wohnen) besteuert, wo die Sätze bis zu 49,5% betragen können.

Aktiver Handel und steuerpflichtiges Einkommen

Wann liegt Box 1 vor? Die Grenze ist grau, aber das Finanzamt schaut auf:

  • Professionalität: Nutzt du Fachwissen oder fortgeschrittene Trading-Algorithmen, die ein gewöhnlicher Anleger nicht hat?

  • Arbeit: Ist der Handel zu deiner Tagesaufgabe geworden und leistest du viel zusätzliche Arbeit, um Kursgewinne vorherzusagen?

  • Insiderwissen: Hast du Zugang zu Informationen, die der Markt nicht hat?

Krypto-Mining und Box 1

Wenn du im kleinen Rahmen als Hobby minest, fällt dies meist in Box 3. Sobald die Mining-Aktivitäten jedoch einen geschäftlichen Charakter annehmen — zum Beispiel durch eine große Investition in Hardware und eine Gewinnabsicht, die über Zufall hinausgeht — können die Erträge (abzüglich der Kosten) in Box 1 fallen.

Änderungen in Box 3: Was steht bevor?

Die größte Änderung ist für 2027 geplant. Die Regierung arbeitet an einem System auf Basis des tatsächlichen Ertrags.

Steuer auf tatsächlichen Gewinn (Vermögenszuwachssteuer)

Im neuen System zahlst du nicht länger auf einen fiktiven Prozentsatz, sondern auf die tatsächliche Wertsteigerung deiner Krypto. Wenn dein Bitcoin in einem Jahr €10.000 mehr wert wird, zahlst du auf diesen Zuwachs Steuern, auch wenn du die Münzen noch nicht verkauft hast. Zudem werden auch Staking-Erträge direkt als Einkommen besteuert.

Die Einführung von DAC8

Ab 2026 tritt die europäische DAC8-Richtlinie vollständig in Kraft. Das bedeutet, dass Krypto-Börsen wie Coinmerce verpflichtet sind, Daten über das Vermögen und die Transaktionen ihrer Nutzer mit der Steuerbehörde zu teilen. Das 'Vergessen' von Krypto in der Erklärung wird dadurch nahezu unmöglich, weil das Finanzamt über dieselben Daten verfügt wie die Börse.

Häufig gestellte Fragen

Wie berechne ich den Wert meiner Krypto für Box 3?

Du nimmst die Anzahl der Tokens, die du am 1. Januar um 00:00 Uhr besitzt, und multiplizierst dies mit dem Kurs in Euro zu diesem genauen Zeitpunkt. Zähle die Werte all deiner Wallets für den Gesamtbetrag zusammen.

Was, wenn meine tatsächliche Rendite niedriger ist als die fiktive Rendite?

Durch jüngste Urteile des Obersten Gerichtshofs darfst du die Steuerbehörde ersuchen, auf Basis deiner tatsächlichen Rendite besteuert zu werden, wenn diese niedriger ist als die fiktive Rendite von circa 6%. Das kann dir bei einem schlechten Kryptojahr erheblich viel Steuern sparen. Hierfür ist eine lückenlose Aufzeichnung deiner Transaktionen essenziell.

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